Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 8

Die Nacht war heftig. Kaum jemand hat viel geschlafen. Wenn so ein großes Schiff auf den Wellen aufsetzt und die Schraube scheinbar ins Leere läuft, ist an Schlaf nicht wirklich zu denken. "Hoffentlich geht der Alarm nicht los und hoffentlich müssen wir nicht gleich in Rettungsboote umsteigen". Gedanken an Schiffsuntergang schießen mir nachts durch den Kopf.
Übel wird mir nicht, das Pflaster hilft. Immerhin. Aber einige ängstliche Momente waren in der Nacht schon dabei. Das Meer ist noch unruhig am Morgen.

Beim Frühstück heißt es, es sei zwischen Windstärke 10-11 gewesen, in Spitzen  Windstärke 12. Der Kapitän habe noch versucht, in einen Fjord hineinzufahren, das aber nicht geschafft und wäre dann weiter auf dem offenen Meer geblieben. Wir hören, dass einige kleinere Schiffe in den Häfen geblieben seien und nicht weitergefahren sind.

Die Decks sind noch gesperrt

Auf Deck 7 schaukelt es noch ganz schön.
Aussicht von vor der Absperrkette

Es sind nicht viele Leute auf dem Schiff unterwegs und das Aussichtsdeck auf Deck 7 ist so gut wie leer.


Aber wenn die Sonne herauskommt, sieht es schon wieder wunderschön aus.

Ein Highlight bei den Hurtigruten-Fahrten sind die Treffen der Hurtigruten-Schiffe. Es fährt ja jeden Tag ein Schiff von Bergen los und so treffen sich jeden Tag nordgehende und südgehende Schiffe.
An diesem Tag ist es die MS Richard With, die uns begegnet. Allerdings verspätet. Statt gegen 8.30 Uhr sehen wir sie erst gegen 9.55 Uhr.

Gegen 11.10 Uhr sind wir in Hammerfest. Fast 1/2 Stunde später als geplant. Wir haben ca. 1 1/2 Stunden, um uns die Beine zu vertreten und mal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.

Beim Anlegen schneit es.


Das Schiff legt mitten in der Stadt an. Hindurch durch das Eismeerportal, begrüßt von zwei Eisbären, machen wir uns auf den Weg.

Vorbei an der Skulptur Eismeerkutter im Packeis,


schauen wir uns zuerst die katholische Kirche an. Die Kirchen hier sind schlicht. Katholische Kirchen sind bei uns ja oft recht pompös ausgestattet. Hier lässt sich anhand der Ausstattung kaum zwischen evangelischen und katholischen Kirchen unterscheiden. Norwegen ist insgesamt überwiegend protestantisch. Die St. Michaelskirche ist die nördlichste katholische Kirche der Welt.

Um in den Kirchenraum zu gelangen geht es erstmal eine Treppe hoch. Ungewohnt. Und dann sind wir überrascht, wie groß der Kirchenraum wirkt. Freundlich und Hell mit schönen Kirchenfenstern.


Wir gehen wieder hinaus und kommen vorbei an einem Denkmal für Ole Olsen. Ein  berühmter, norwegischer Komponist, der 1850 in Hammerfest geboren wurde.

Es schneit schon wieder und wir suchen Zuflucht vor dem Schnee in der Stadtkirche Hammerfest. Sie wurde 1961 von dem Architekten Hans Magnus aus Oslo gestaltet. 

Die Kirche  hat eine sehr schöne Innengestaltung:


Das dreieckige Kirchenfenster über dem Altar wirkt sehr ausdrucksstark, wenn das Licht hindurchfällt.


Eine wirklich wunderschöne Kirche. Es wird schon wieder Zeit, zum Schiff zurückzukehren und so gehen wir zurück zum Kai. Dort liegt ein Schlepper und wartet auf seinen Einsatz.

Wer möchte, kann in Hammerfest Mitglied im sogenannten Eisbärenclub werden. Da unser Schiff bereits tutet, haben wir dafür nun keine Zeit mehr und müssen hurtig zurück aufs Schiff. Ist es tatsächlich schon 12.45 Uhr ? Nein noch nicht ganz, aber viel fehlt auch nicht mehr.

Die Decks sind wieder geöffnet. Wir bleiben noch etwas auf Deck 5 und verschwinden erst später zum Mittagessen. Bis 14.30 Uhr gibt es ja das Buffet.


Für Oksfjord sind nur 5 Minuten gegen 15.40 Uhr geplant.
Das schauen wir uns noch an und dann machen wir erstmal Nachmittagsschläfchen. Die letzte Nacht war kurz und heute Abend wollen wir ja noch ins Mitternachtskonzert. Außerdem sieht der Himmel nicht grad freundlich aus und so machen wir erstmal für ein Stündchen die Äuglein zu.

Das Faszinierende bei dieser Reise ist wirklich immer wieder das Lichtspiel zwischen Sonne und Wolken. Zum Abend hin ist schon wieder öfter mal blauer Himmel zu sehen.

Um 23.45 Uhr legen wir in Tromso an. Die Eismeerkathedrale ist unser Ziel. Auf dem Hinweg hatten wir ja keine Gelegenheit. Jetzt, auf dem Rückweg haben wir den Ausflug Mitternachtskonzert gebucht. Der Bus wartet schon am Pier und nach kurzer Fahrt sind wir da. Spiegelglatt ist der Weg und wir müssen eine kleine Anhöhe hinauf. Spikes wären jetzt nicht schlecht.

Das Konzert dauert eine knappe Stunde. Ich bin überrascht von der guten Akustik. Die Künstlerinnen haben tolle Stimmen und es ist ein Genuss, der Musik zu lauschen. Eine Mischung aus Klassik und norwegischen Volksliedern.

Ein toller Abschluss für einen langen Tag.

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Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Oh ja, da hätte ich es auch richtig mit der Angst zu tun bekommen, Eva.
    Wirklich heftig wie Du es beschreibst. Zum Glück ist dann aber alles gut ausgegangen und das Meer hat sich wieder beruhigt.

    Die Kirchen gefallen mir ausgesprochen gut. Hier bei uns finde ich Kirchenfotos immer recht langweilig. Aber die hier gefallen mir sehr. Die erste weil sie super hell und wirklich sehr freundlich ist und die zweite finde ich einfach toll. Ich denke mal, weil sie einfach anders sind als bei uns.

    Das war wirklich ein sehr langer Tag nach dieser kurzen Nacht. Aber gelohnt hat er sich allemal.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. :) Ja, zum Glück war es nur eine Nacht und ein paar Stunden am Morgen, die so heftig waren. Freut mich, dass Dir die Kirchenfotos gefallen. Stimmt schon, was anders ist, wirkt nicht so gewohnt und wir schauen darauf mit einem anderen Blick.
      Lieben Gruß
      Eva

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  2. Liebe Eva, wie schon mal gesagt, deine Fotos und die Reisebeschreibung, einfach wunderschön.
    Doch Sturm und Kälte sind nichts für mich, ich bibbere schon bei dem Gedanken an diese Reise.
    Da lobe ich mir deine Reisebeschreibung. Danke dafür.
    Liebe Grüße, Margot.

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    1. :) vielen lieben Dank Margot. Hihi, Du kannst Dich ganz entspannt zurücklehnen. Es wird nicht wieder so windig, jedenfalls nicht bei unserer Reise.
      Lieben Gruß
      Eva

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  3. Guten Morgen liebe Eva, das war wieder ein ereignisreicher Tag und eine unruhige Nacht. Glaube mir wäre auch mulmig geworden bei dem Sturm. Wunderschöne Kirchen gibt es dort.
    Danke für deinen schönen Reisebricht.
    Wünsche dir einen schönen Mittwoch
    liebe Grüße
    Angelika

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    1. Vielen Dank Angelika :) Ich glaube es ist fast allen etwas mulmig gewesen. Zum Glück war es aber nur die eine Nacht und ein paar Stunden am Morgen so unruhig.
      Ich wünsch Dir noch eine schöne Restwoche.
      Liebe Grüße
      Eva

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