Donnerstag, 15. Mai 2014

Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 11

5.44 Uhr, ein lautes Strahlgeräusch an unserem Fenster, ich schrecke hoch und stelle fest, die Fenster wurden mit Hochstrahl gesäubert. Bisher ist das noch nicht geschehen, war bestimmt zu kalt. "Die Säuberung war zwar nötig, aber muss das so früh sein?" Ich schaue hinaus und sehe ein erstes Rot der Sonne in der Ferne. Das besänftigt mich, denn so komme ich auch noch dazu, einen Sonnenaufgang auf Foto zu bannen.

Einmal wach, kann ich nicht wieder einschlafen. Wir werden um 6.30 Uhr bereits in Trondheim anlegen, da ist frühes Aufstehen ja auch gar nicht verkehrt. Gegen 6.20 Uhr laufen wir auf Trondheim zu.

Bereits um 7.50 Uhr sind wir an Land. Die MS Nordlys liegt ebenfalls im Hafen. Ein weiteres Schiff der Hurtigrute, bauähnlich mit der MS Polarlys.

Vom Kai aus sehen wir die Insel Munkholmen. Dieses Mal im Sonnenlicht. Auf dem Hinweg war das Wetter ja ziemlich schlecht. Heute strahlt die Sonne und alles sieht hell und freundlich aus.

Zwei Stunden haben wir Zeit für unseren Stadtbummel. Der Fußweg in die Stadt dauert ca. 20 Minuten. Trondheim ist einer der wenigen Häfen, die etwas außerhalb liegen. Das Rockmuseum lassen wir auch an diesem Tag rechts liegen.

Wir gehen über die Bakke Bru in Richtung Nidarosdom. Die Bakke Bru ersetzte 1927/28 die Gamle Bybro. Die Laternen an den Enden der Brücke wurden von dem Klempner Edvard Danielsen  anlässlich der Brückeneinweihung entworfen und gefertigt. Im Jahr 2011 wurde eine der Laternen vom Sturm Dagmar heruntergeweht und durch einen Nachbau ersetzt.

Bakke Bru Trondheim


Wir wollen noch einmal in das Viertel mit den alten Speicherhäusern und der alten Stadtbrücke.  Das Licht heute morgen ist einfach umwerfend. Satter blauer Himmel lässt die Häuser im Sonnenlicht so richtig schön leuchten.


Im Hintergrund der alten Speicherhäuser ist der Nidarosdom zu sehen.

Eines der Häuser sieht allerdings schon so aus, als würde es zerfallen.


Zum Dom selber gehen wir nicht, weil wir auch noch zum Marktplatz wollen und uns die Zeit sonst wieder zu knapp würde.
  
Die alte Holz-Klapp-Brücke Gamle Bybro sieht richtig hübsch aus im Sonnenlicht. Wirkt gleich ganz anders.
In Betrieb ist sie nur noch für Fußgänger und geklappt wird sie auch nicht mehr. Aber eine interessante Technik steckt immer noch darin.

Wir gehen zurück Richtung Markt und kommen an der Var Frue Kirke vorbei. Die Kirche hat ursprüngliche Bestandteile aus dem 12. Jhd. Der Turmbau wurde um 1739 begonnen und das Monogramm ist von König Christian VI.


Nicht weit von der Var Frue Kirke befindet sich die 17 Meter hohe Säule. Auf ihr steht eine überlebensgroße Statue des Wikingerkönigs Olav I Trygvason, der Stadtgründer von Trondheim war. Die Säule wurde im Jahre 1920 auf der Mitte des Marktes errichtet und bildet eine riesige Sonnenuhr in Verbindung mit der Pflasterung des Platzes.



Selbst die Litfasssäulen haben hier einen gewissen Charme :)

Im Schaufenster ein besonderes Stillleben. Trollig oder?

Es geht zurück zum Schiff. Beim Blick zurück zeigt sich über den Dächern von Trondheim die Var-Frue-Kirke mit dem dahintergelegenen Dom. Eine besondere Perspektive, die beide Gebäude wie ein Bauwerk erscheinen lässt.

Trondheim ist eine interessante Stadt. Hier könnte ich locker einmal 2 oder 3 Tage verbringen. Aber das Schiff ruft und wir legen um 10.00 Uhr wieder ab.
Das Wetter ist herrlich und wir chillen ein paar Stündchen und legen die Kamera zur Seite.

Gegen 14.00 Uhr kommen wir an der Methanolfabrik Tjelbergodden vorbei. Hier werden etwa 900.000 Tonnen Methanol im Jahr produziert, was laut Hurtigruten etwa 13 % des totalen Verbrauchs in Europa entspricht.

Das Wetter hat sich wieder zugezogen.

Dann, so gegen 14.30 Uhr bekommen wir einen Zettel in die Hand gedrückt. Es wird eine Sicherheitsübung um ca. 15.30 Uhr stattfinden. ^^ganz überraschend und die Crew weiß nichts davon^^, soso. um 15.20 Uhr, 10 Minuten, bevor die Übung losgeht kommt die Durchsage an Deck: "Jeder der freiwillig mitmachen möchte, soll bitte warm angezogen auf Deck 5 kommen". Klar wollen wir. Also raus auf Deck 5.Wir bekommen eine Rettungsweste in die Hand gedrückt. Erst vorne schließen, dann durch die Beine durch. Gar nicht so einfach da reinzukommen, mit dicker Jacke an.

Ein Rettungsboot wird ein kleines Stück heruntergelassen. Es wird durchgezählt. Ein älteres Ehepaar aus London, mit dem wir schön öfter gesprochen haben steht neben mir. Ich lächle sie an und sage der Lady "Now you have to jump over the railing". "Oh no!"
Besser nicht ;) bei 2 Grad Wassertemperatur keine gute Idee. War ja nur ein Scherz. Die Übung ist auch schon wieder vorbei und wir ziehen unsere Westen wieder aus.
Bis wir um 16.30 Uhr in Kristiansund ankommen, haben wir noch Zeit für einen Kaffee. Dann ist es soweit, Kristiansund rückt näher. Es besteht aus drei miteinander über Brücken verbundenen Inseln.
 

Bei der Einfahrt in den Hafen fährt das Schiff extrem nah an diesem Wohnhaus vorbei. Vielleicht ist es auch ein Hotel. Der Aufenthalt in Kristiansund beträgt nur 1/2 Stunde und wir machen lediglich Fotos vom Schiff aus.

Der Yachthafen ist zu sehen.


Und der Hügel, auf dem die Nordlandet Kirke steht.

Die Kirche wurde im Jugendstil 1914 erbaut und war die Hauptkirche, solange, bis 1964 die neue Kirkelandet Kirke erstellt war.

Eine der kleinen Sundfähren, die Framnaes, liegt im Hafen. Sie ist ein Nachbau von 2012. Die Sundfähren gehören zu den ältesten, heute noch bestehenden, öffentlichen Verkehrsmitteln.

Außerdem sehen wir die DeepOcean Edda Fauna. Ein Schiff, mit dem Unterwasserdienstleistungen verschiedenster Art ausgeführt werden können.

Unser Schiff ist neu beladen. Kristiansund ist die Stadt des Klipp- und Stockfisches. Um 17.00 Uhr legen wir wieder ab und die Fahrt geht für zwei Stunden raus aufs offene Meer.


Zum Abendessen, ist ja irgendwie klar, gibt es Klippfisch. Zubereitet mit gebratenem Speck. Soll ja eine Spezialität und Köstlichkeit sein. Ich fand den Fisch sehr tranig. Das einzige Mal, an dem mir das Essen nicht geschmeckt hat und ich auch lieber eine Ikke Fisk Karte gehabt hätte. Ich habe mich dann an den Nachtisch gehalten, der wie immer sehr lecker war.

Als letzte Station an diesem Tag kommen wir Abends um 20.30 Uhr nach Molde.

Hier sind wir eine Stunde und die Füße wollen noch einmal festen Boden spüren. Also geht es raus an Land. Die Stadt ist durch das jährliche Jazzfestival bekannt.

Der Dom zu Molde besitzt einen separat stehenden Glockenturm mit 26 Glocken. Leider konnten wir Sie nicht klingen hören. Erbaut wurde die Kirche 1957 nach einem Architektur-Wettbewerb von 1948

Der Tag war lang mit vielen Eindrücken. Am nächsten Tag ist unser letzter Tag auf dem Schiff. "Sollen wir noch Koffer packen?" Wir werden es morgens tun und lieber noch bei einem Tee mit Bernhard und Rosi ein paar Worte schwatzen.

Du bist bei Tag 11.
 Hier geht es zu den anderen Tagen: 
Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Liebe Eva, auch dieser Teilabschnitt war wunderschön, auch wenn ich merke, ihr lebt nur nach der Uhr.
    Zu diesen frühen Stunden mit dem Morgenrot stehe ich nicht mal auf wenn ich im Urlaub bin. Ihr möchtet ja etwas erleben und nicht den Urlaub verschlafen, ich kann es verstehen.
    Danke für diese schöne Tour.
    Liebe Grüße, Margot.

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    1. Liebe Margot, erst einmal Danke für Deine Worte. So früh stehe ich normalerweise auch im Urlaub nicht auf. Wir waren ja etwas unsanft geweckt worden und haben dann den frühen Morgen genutzt. Ich hatte während der Reise nicht das Gefühl, dass wir nur nach der Uhr lebten. Es kommt vielleicht jetzt so rüber, weil ich die Ankunfts- und Abfahrzeiten jeweils dazu schrieb. Eigentlich war es sehr relaxt. Ein kurzer Blick auf den Tageszettel, wenn wieder ein Hafen angefahren wird und dann die Entscheidung, raus oder nicht? Aber Du hast schon Recht, irgendwie war die Uhr bei den Landgängen auf jeden Fall immer dabei. So eine Fahrt ist wirklich etwas Besonderes und die Zeit dafür, will man dann nicht unbedingt im Bett verbringen :)
      Lieben Gruß
      Eva

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  2. Ich musste wirklich ein wenig grinsen, Eva.
    Denn genau so waren auch meine Gedanken als ich Deinen Beitrag zu lesen begann...
    Muss die Reinigung denn so früh sein??? Dann sah ich den Sonnenaufgang und dachte, ah.. ja für das Foto hat es sich doch gelohnt.^^

    Die Speicherhäuser mit dem satten blauen Himmel sind wirklich traumhaft schön.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. :) ja die Häuser sind im Sonnenlicht wirklich wunderschön anzusehen.
      Lieben Gruß
      Eva

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  3. Wie schön, dass du so früh geweckt wurdest ;)
    So ein wunderschöner Sonnenaufgang.....
    Ich habe mir letztes Jahr im Toskana-Urlaub auch einmal extra den Wecker gestellt, um die Sonne morgens früh zu beobachten. Das war so wunderschön...

    LG
    Angela

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    1. :) ja Angela, da hat sich das frühe Aufstehen wirklich gelohnt.

      LG
      Eva

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