Dienstag, 13. Mai 2014

Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 10

Es ist ca. 1.30 Uhr in der Nacht als die Durchsage kommt: "Polarlichter an Heck und Backbord".
Wir sind sofort hellwach und knien auf meiner Koje um nach draußen sehen zu können. Tatsächlich, erst nur ein heller Fleck, baut es sich langsam auf und ist schließlich schön und grün zu sehen. Unsere ersten Polarlichter! Anziehen und raus aufs Deck? Nein lieber nicht. Eng nebeneinander schauen wir  aus dem Fenster und sehen, wie der grüne Vorhang über den Himmel wabert. Ein besonderes Erlebnis. Fotos gibt es nicht davon, denn wir dachten, wenn wir uns anziehen und auf Deck gehen, sind sie vll. schon wieder weg. Solche Momente bleiben, auch ohne, dass wir sie auf Foto festhalten. Das Ganze dauerte dann etwa 1/2 Stunde. Wunderschön und das i-Tüpfelchen bei dieser Reise. Gegen 2 sind wir wieder im Bett.

Morgens um 8.15 Uhr kommt die MS Lofoten an uns vorbei. Sie fährt jetzt nordwärts und ihre Gäste haben hoffentlich auch so viele schöne Momente wie wir. Die Lofoten ist das kleinste Schiff der Hurtigruten und feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag. Sie steht unter Denkmalschutz. Da sie keine Stabilisatoren hat, kam sie für uns nicht in Betracht.

Nach ausgiebigem Frühstück geht es raus aufs Deck. Das Wetter verspricht wieder Sonnenschein und so machen wir es uns draußen bequem. Die Landschaft hat sich wieder geändert. Es ist wieder hügeliger und der Schnee ist so gut wie weg.

Um 9.20 Uhr passieren wir den Polarkreis (66,56° nördliche Breite) nun in südlicher Richtung.

Hier also ist die Grenze der Sonnenwende. Ab hier nördlich geht die Sonne an den Sonnenwendtagen nicht mehr auf oder nicht unter.

Jetzt, auf dem Rückweg Richtung Süden, sehen wir die Landschaft im Sonnenlicht, an der wir auf dem Hinweg nachts Richtung Norden vorbeifuhren.

Sieht irgendwie lustig aus, der linke Berg.

Auf Deck 7 gibt es anlässlich der Polarkreis-Überquerung ein besonderes Event. Jeder darf einen Löffel voll Lebertran schlucken. Als Andenken gibts dafür dann den Löffel dazu. Da sind wir dabei. Sehr tranig und es verzieht uns das Gesicht :) But, we did the arctic. So steht es auf dem Löffel und so ist es ja auch.

Wir bleiben weiter auf Deck und lassen die Landschaft vorbeiziehen.

Viele braune Berghügel und im Hintergrund mit Schnee bedeckte Berge.

Gegen 11.00 Uhr nähern wir uns Nesna, einem alten Handelsstädtchen mit ca. 1000 Einwohnern.

Diese Industrie sieht nicht grade Umweltkonform aus.

Das Hafengebäude ist wohl noch nicht so alt.
Immer wieder steigen in den Häfen auch Tagesreisende zu, die nur ein paar Häfen mit an Bord bleiben.

Nach 20 Minuten geht es schon wieder weiter.

Ab 11.30 Uhr gibt es an diesem Tag bereits Mittag-Essen, damit das Örtchen Sandnessjoen besichtigt werden kann. Wir lassen es lieber ruhig angehen. Statt für 1/2 Stunde Stadtbummel, gehen wir später zum Essen. Die Idee hatten wohl einige. Der Speisesaal ist gut besucht.

Um ca. 13.30 Uhr kommen wir an der Gebirgskette "die Sieben Schwestern" vorbei. Die Berge sollen der Sage nach durch 7 Jungfrauen entstanden sein, die sich bei ihrer Flucht vor dem König Hestmannen erschöpft niederwarfen und bei Sonnenaufgang zu Stein erstarrten.

Wir fahren auf Bronnoysund zu. Hier wird der Aufenthalt von 15.45 Uhr bis 17.00 Uhr sein. Ein Aussteigen lohnt sich also, um die Füße zu vertreten.

 Auffällig ist die 550 m lange Bronnoysundbrua.

Das Schiff legt, wie so oft, mitten in der Stadt an.
Ein Modell der Hurtigrute, angebracht an einer Hauswand.

Die Bronnoy Kirche ist  eine steinerne Kreuzkirche im neugotischen Stil. Sie brannte im Jahr 1866 durch einen Blitzeinschlag nieder und wurde im Jahr 1870 wieder aufgebaut. Vor kurzem wurde sie restauriert.

Wir kehren zurück zum Hafen und entdecken diese Hafenkunst: Zwei Kunstwerke, eine Fläche. Wendebild? oder wie nennt man das?


Als das Schiff um 17.00 Uhr ablegt, hat sich der Himmel zugezogen. Wir machen einen Abstecher zum Torghatten, dem Berg mit dem Loch hindurch. Leider können wir kaum etwas erkennen und so ist nicht wirklich viel zu sehen, als wir um 17.35 Uhr den Berg erreichen. Erst im Nachhinein auf dem Foto haben wir es dann doch entdeckt.

Es wird schon wieder Zeit für das Abendessen. An diesem Abend findet das Abschiedsessen statt, weil einige Passagiere bereits am nächsten Tag das Schiff verlassen. Die Crew tritt zusammen auf und singt ein selbstgedichtetes Lied für die Gäste. Sehr lustig und klasse, dass sogar der Kapitän mitsingt. Die Eisbader werden geehrt und erhalten ihre Urkunden und das war es dann auch schon mit dem Kapitäns-Dinner.

Später am Abend legen wir noch in Rorvik an. Die Midnatsol legt ebenfalls dort an und es kommen einige Gäste der Midnatsol zur Polarlys herüber und umgekehrt. um sich das Schiff von Innen anzuschauen. Wir sitzen gemütlich bei einem Gläschen Bier und schauen uns das Gewusel an.


Die Midnatsol gehört zu den neuesten und größten Hurtigrutenschiffen. Wir haben an diesem Tag das kleinste Schiff und eines der größten Schiffe von Hurtigruten gesehen. Beeindruckend, wie sich diese Schifffahrtslinie entwickelt hat.

Du bist bei Tag 10.
 Hier geht es zu den anderen Tagen: 
Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Liebe Eva, es ist eine wunderschöne Reise, ich bin begeistert.
    Mein Gefühl von Kälte nehme ich heute an, sie gehört dazu.
    Ich kann mich immer nur, für diesen tollen Reisebericht, bedanken.
    Danke. Liebe Grüße, Margot.

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    1. :) Danke Margot. Hier wird es ja jetzt bald wärmer und so frischen die Winterbilder im Nachhinein nicht mehr ganz so stark auf.
      Ich bin im Endspurt mit meinem Reisebericht. 2 Tage noch, dann ist die Reisebeschreibung zu Ende.
      Es ist aufwändiger als ich dachte, aber es ist auch wirklich schön für mich, die Reise so noch einmal in Gedanken zu durchleben.
      Lieben Gruß, Eva

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  2. Klasse, dass Ihr doch noch Nordlichter bewundern konntet, Eva.
    Schade, mit den Fotos, aber es ist schön, dass Du Dich an ihnen erfreuen konntest.
    Mir ist ja ein wenig diese Fähigkeit abhanden gekommen. Immer wenn ich etwas Tolles sehe, freue ich mich zwar darüber, aber gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich es nicht fotografieren konnte. Das ist manchmal echt schade, aber zum Glück gibt es ja noch einiges worüber ich mich freuen kann.^^

    Die Hügel mit dem blauen Himmel und den Spiegelungen im Wasser sind wieder super schön.
    Die Fabrik ... naja .. ich bin kurz zusammen gezuckt. Die ist sicherlich nicht umweltkonform...

    Bei dem Lebertran musste ich an meine Mutter denken. Sie bekam in Kriegsjahren in der Schule auch immer einen Löffel davon verabreicht. Lecker fand sie das auch nicht...^^

    Die Panorama Bilder sind auch toll! Vor allen Dingen das mit den schneeweißen Bergen hinter dem Häusern. Ein Traum.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Schade Sonja, dass Du Dich nicht mehr so freuen kannst, wenn Dir dann das Foto fehlt. Das Erleben eines Ereignisses, das Fühlen, die Gedanken, all das kann Dir keiner nehmen und bleibt in Dir, auch ohne Foto.
      Die Fabrik war schon erschreckend. Leider haben wir des öfteren in den Häfen Müll und Unrat gesehen und Industrie, die zumindest fragwürdig erscheint.
      Lebertran bekam mein Göttergatte als Kind, damit aus dem Jungen was wird ;) Scheint geholfen zu haben, hihi.
      Danke für Deine lieben Worte zu meinen Bildern.

      Lieben Gruß
      Eva

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