Donnerstag, 1. Mai 2014

Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 7


Schnee liegt auf den Sonnenliegen. Wir sind früh aufgestanden, weil wir schon früh in Kirkenes anlegen werden. Die Sonne scheint und es ist gar nicht so kalt, nur etwa 0 Grad. Für Kirkenes Anfang April direkt frühlingshaft.

Wir sind ein bisschen aufgeregt. Gleich werden wir in Kirkenes anlegen. Dann geht es mit dem Bus zur Hundeschlittenfarm. Die Sonne scheint als wir gegen 10.00 Uhr bei den Hunden ankommen.

Die Guides und ihre Tiere warten schon auf uns Touris. Wir werden in drei Gruppen eingeteilt und sind in der ersten Gruppe dabei, die auf die Schlitten darf. 10 Hundeschlitten a 8 Hunde.
Ein paar Schlitten werden nicht gebraucht und parken auf dem Hundeschlitten-Abstellplatz.

Unser Schlitten ist der letzte von 10. Die Tiere sind extrem knuddelsüchtig :) und lassen sich gern streicheln. Ein Rentierfell wird zum Kälteschutz und damit es bequemer ist, auf den Schlitten gelegt.

Die speziellen Kälteanzüge brauchen wir nicht. Wir sind auch so warm genug angezogen. Die Sturmhauben zum Schutz des Gesichtes und eine leichte Wolldecke nehmen wir aber gern. Auf dem Schlitten werden wir zu zweit sitzen. Gut aufpassen, dass die Füße während der Fahrt nicht auf den Boden kommen.

Dann geht es auch schon los. Durch die wunderschöne Schneelandschaft, gelenkt von dem Musher, gleiten wir durch die Stille. Gezogen von 8 Hunden geht die Fahrt los.  Es ist nur ca. 1/2 Stunde.  Unser Guide erklärt uns, dass es Alaska-Huskys sind, die uns ziehen. Die ganze Farm hat etwa 120 Tiere, wovon 80 ständig im Einsatz sind. Jedes Tier ist etwa 3 x am Tag im Einsatz, damit alle ihre notwendige Bewegung erhalten.

Viel zu schnell geht die Fahrt wieder zu Ende. Wir hätten gut und gerne locker nochmal die gleiche Zeit auf dem Schlitten verbringen können. Zum Glück hatten wir diesen Ausflug schon von zu Hause aus gebucht, die Schlittenhundetour war auf dem Schiff ausgebucht. Wieder zurück an der Farm gibts heißen Moltebeerensaft. Sehr süß aber lecker.

Die Hundeschlittenfarm liegt direkt am Schneehotel, das auch besichtigt werden kann. Hinten, dort wo die blaue kleine Tür ist, geht es hinein. Rechts sehen wir, wie eine Schneemobil-Garage aus Schnee aussehen kann.
Und schon sind wir alle im Schneehotel und bestaunen Skulpturen aus Eis im  Durchgangsflur


Von diesem Flur gehen die Zimmer ab. Wir dürfen in jedes Zimmer hineinschauen. Das Hotel hat keine Übernachtungsgäste, oder sie sind schon alle wieder unterwegs. Wir erfahren, dass Gäste normalerweise immer nur für 1 Nacht da seien und dann wieder weiterziehen.  Wir sehen Betten aus Eis, belegt mit dicken Schlafmatten.

Wer hier schläft, überlegt sich 3x ob er nachts zur Toilette muss. Der Bädertrackt ist durch das Hotel hindurch, durch die große Halle in einem separaten festen Gebäude untergebracht.
Die Zimmer haben alle keine Türen, vor den Eingängen gibt es Vorhänge zum Zuziehen. Jedes Zimmer ist anders künstlerisch, eisverziert.


Der Frühstückssaal mit Eis-Tischen und Bänken hat trotz der Eiseskälte ein schönes Ambiente.

Zur Vorbeugung von Frostbeulen am Po und Blasenentzündungen sind auf allen Eisbänken warme Felle ausgebreitet:

Eislaternen geben etwas warmes Licht. Das Schneehotel wird jedes Jahr zu Beginn des Winters neu aufgebaut. Zum Sommer hin, schmilzt es weg und vorbei ists mit dem kühlen Charme.

Wir gehen hinaus und erfahren, dass es neben den Hunden und dem Schneehotel auch noch eine kleine Gruppe von 4 Rentieren gibt. Ein Tier ist ein Albino.

In Norwegen ist es den Samen vorbehalten, Rentiere zu züchten. Deshalb besteht die ganze Gruppe nur aus männlichen Tieren.

Wir hören, dass Rentiere ihre Körpertemperatur selbst regulieren können, indem sie die Bluttemperatur in den Beinen reduzieren. 
Etwas Zeit haben wir noch und so können wir noch ein bisschen über die ganze Anlage frei herumschlendern. Schiebeschlitten stehen herum und ich werde ein kleines Stückchen von meinem Schatz geschoben.

Dann gehen wir nochmal zurück zu den Hunden. Alle Schlitten sind noch unterwegs und nur die Hunde, die grad frei haben, dösen in der Sonne und ruhen sich aus.

oder sie warten auf ihren nächsten Einsatz

Von unserem Musher haben wir erfahren, dass die Alaska-Huskys nicht Rassegeschützt sind und so gibt es sie in vielen bunten Farben. Deshalb haben auch nicht alle blaue Augen.

Wir erfahren, dass die Alaska-Huskys kleiner aber widerstandsfähiger und leistungsstärker sind. Sibirien-Huskys seien schneller aber auch leichter erschöpft und würden bei Schlittenhunde-Rennen Verwendung finden. Wenn sie nach 2-3 Jahren ihre Leistung nicht mehr schafften, würden die Sibirien-Huskys getötet. Alaska-Huskys auf den Schlittenhundefarmen dürften solange leben, bis sie tot umfallen. Im Sommer gibt es Sommerlager, wo die Tiere regelmäßig Bewegung erhalten. Bewegung ist ein absolutes Muss für diese Tiere.

Die letzte Besuchergruppe kommt von ihrer Hundeschlittenfahrt zurück und so geht es wieder zurück zum Schiff. Am Kai schwimmt Eis im Hafenbecken. 

Es ist gegen 12.30 Uhr als wir wieder ablegen. Beste Zeit fürs Mittag-Essen. Dabei sind wir noch ganz eingenommen von den vielen Eindrücken des Vormittags.

Nachmittags gegen 16.00 Uhr läuft das Schiff Vardo an. Hier gibt es die Gelegenheit für Passagiere am Eisbaden teilzunehmen. Und tatsächlich, 4 Mutige sind dabei. Wir schauen uns vom Deck aus an, wie sie in einer Hütte am Kai verschwinden, um sich umzuziehen und dann wirklich in das etwa 2 Grad kalte Wasser steigen. Nur kurz und dann im Handtuch eingewickelt wieder zurück. Die Lufttemperatur liegt so etwa bei 3 Grad.

Beim anschließenden Nachmittagskaffee hören wir, dass es rumpeliger werden wird. Mitreisende berichten, dass Sturm erwartet würde. Vorsichtshalber kleb ich mir ein neues Pflaster auf und räum schon mal ein bißchen die Sachen weg, die runterfallen könnten.

Es ist erst das zweite Pflaster und bisher hatte ich überhaupt keine Last mit Reise-Übelkeit. Da ich mehr Pflaster mithabe, als ich brauche gebe ich eins für Rosi ab. Schließlich wollen wir ja auch weiterhin abends gemütlich mit den beiden zu Abend essen. 

Beim Abendessen kommt die Durchsage: die Aufzüge werden ggf. abgestellt, die Decks evtl. gesperrt und sicherheitshalber sollten Gegenstände in den Kabinen gesichert werden, damit sie nicht herunterfallen. Wir gehen erstmal nochmal Kaffee und Tee trinken und merken, wie das Schiff doch durchaus schon mehr schaukelt.

Gegen 22.00 Uhr legt das Schiff für eine viertel Stunde zum Be- und Entladen von Ladung in Berlevag an und wir lassen uns nochmal frischen Wind um die Nase wehen. Noch sind die Decks nicht gesperrt. Ein Schneepflug hat den Pier geräumt. Trotzdem scheint es spiegelglatt zu sein.

Es schneit wieder und wird immer ungemütlicher.

und wir gehen schlafen und rechnen mit einer unruhigen Nacht.


Du bist bei Tag 7.
 Hier geht es zu den anderen Tagen: 
Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Wau,
    was für tolle Bilder. Das war bestimmt ein großes Abenteuer, die Reise.

    LG OLe

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    1. :) Vielen Dank. Ja Ole, es war ein wundervoller Urlaub!
      LG Eva

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  2. Liebe Eva, was für tolle Bilder, ich bin begeistert. Das ist wieder ein wunderschöner Bericht. So ein Eishotel und Baden bei dem Wetter, ist für mich Frostbeule nichts.

    Liebe Wochenendgrüße
    Angelika

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    1. :) Danke Angelika. Für mich ist das auch nichts, aber zuschauen macht auch Spaß!
      Schönes Wochenende
      Eva

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  3. Die Hunde sind ja so was von süß. Da hätte ich aber auch eine extra Zeit gebraucht, um sie ausgiebig zu knuddeln. Aber die Sibirien-Huskys getötet werden, wenn sie ihre Leistung nicht mehr bringen, ist ja grauenhaft... Da haben es die Alaska-Huskys hier wirklich besser...

    Dieses Eis-Hotel ist ja unglaublich! Ich dachte erst, Du machst einen Scherz... aber dann wurden die Bilder immer eindeutiger und ich sah ein Bett und Tische. Wahnsinnig faszinierend! Aber ich weiß nicht, ob das was für mich was wäre... ich vertrage Kälte überhaupt nicht. Aber wahrscheinlich ist es warm, wenn man in den Betten liegt. Sagt man ja von Iglus.

    Aber dieses Baden.... nee, nee, nee... also wenn die Nordsee im Sommer noch was kalt ist und der Wind weht, dann gehe ich da schon nicht rein, geschweige denn hier.... nee, nee, nee... nix für mich.^^

    Und jetzt wird es spannend, wie sich der Sturm bei Euch bemerkbar gemacht hat. Ich bin gespannt.^^

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Ich glaub, es ist im Schlafsack dann durchaus warm genug. Aber für mich wär das nichts. Allein die Vorstellung, wenn man sich nachts aus dem Schlafsack rauspellt und zum Klo muss ;)
      Und Eisbaden... härtet vermutlich ab... aber neee.... nur die Harten kommen in den Garten, die weichen liegen unter Eichen ;) ... also ich stimme Dir völlig zu. Eisbaden ist auch nix für mich.
      LG
      Eva

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  4. Liebe Eva, die Reise war bestimmt ein großes Erlebnis in deinem Leben, die Worte und Fotos zeigen es. Die Fotos sind überhaupt wunderschön und nehmen uns mit auf die Reise. Und, ich friere schon beim Betrachten dieser Fotos. Nein, es wäre nicht für mich ...
    Ein schönes Wochenende wünsche ich. Liebe Grüße, Margot.

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    1. :) wir waren gut eingepackt im Zwiebel-look und wie gesagt, eigentlich war es für Kirkenes relativ warm. Winddichte Hose und Jacke ist aber wirklich empfehlenswert und wir waren sooo dankbar, dass wir beides mithatten.
      Dir auch ein schönes Wochenende.
      Lieben Gruß
      Eva

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  5. Danke fürs Mitnehmen auf die große Reise! Ich habe die letzten sieben Tage nachgelesen - wahnsinnig eindrucksvoll und interessant!

    LG Rosi

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    1. freut mich Rosi, dass es Dir gefällt. Für mich ist es auch sehr schön, all die Erlebnisse noch einmal nachzufühlen, bei der Auswahl der Fotos und meinen Berichten :)
      LG
      Eva

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