Samstag, 26. April 2014

Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 6

Hammerfest verschlafen wir, obwohl es bestimmt eine gute Möglichkeit gewesen wäre, mal einen Sonnenaufgang aufzunehmen, vorausgesetzt, die Wolken lassen es zu. 5.15 Uhr ist mir einfach zu früh.


Der nächste Halt in Havoysund ist auch nur wieder kurz und wir schauen uns von oben die Verladung an.

Dicke Taue warten auf ihren Transport. Die werden aber an diesem Tag nicht mitgenommen.

Schon geht es wieder weiter, wir lassen die bunten Häuschen hinter uns.

Dieses Mal sind wir nicht traurig, wir freuen uns auf unseren ersten geplanten Ausflug: das Nordkap; ein Muss, wenn man zum ersten Mal in Nordnorwegen ist.
Bis wir in Honningsvag anlegen dauert noch 2 Stunden. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit auf Deck und relaxen beim Landschaft-Schauen.

Die kleinen Fischerboote sind Idylle pur.

und immer wieder kommen wir den Bergen recht nahe:


Dann ist es so weit. Gegen 11.15 Uhr legen wir in Honningsvag an, dem Zentrum der Gemeinde Nordkapp. Ein kleines Städtchen mit ca. 2500 Einwohnern auf der Insel Mageroya. Die Insel ist durch einen ca. 7 km Unterwassertunnel mit dem Festland verbunden. Den brauchen wir natürlich nicht, denn wir legen ja direkt an.

Das wir im Land der Trolle sind ist unverkennbar ;) Dieser hier war so ca. 6 bis 7 m hoch.

Die Busse stehen bereit und wir sind ganz gespannt, was uns am Nordkapp erwartet. Wir hören, welches Glück wir haben. Einen Tag vorher konnte der Ausflug wegen Schlechtwetter nicht stattfinden. Heute ist bestes Wetter und gute Sicht. Juchhu!
Im Konvoi geht es Richtung Nordkapp. Zu festgelegten Zeiten fährt ein Schneepflug hinauf. Jeder der hin und zurück möchte, muss sich mit seinem Fahrzeug dahinter einreihen.

Nach 1/2 Stunde Busfahrt durch wunderschöne Schneelandschaften ist es soweit. Die Busse und ein paar Pkws parken. Alle Leute durch die Nordkapp-Halle durch und hinaus.

Die Aussicht ist fantastisch! Strahlender Sonnenschein begleitet von Wolken.

Braut sich da was zusammen?

Die Massen stürmen die Klippe und den symbolischen Globus.


Jeder lässt sich fotografieren. Wir natürlich auch. Wir nutzen aber auch die Gelegenheit, als fast alle zum Filmschauen in den Räumlichkeiten der Ausflugshalle sind. Auf Film haben wir bei diesem tollen Wetter nun wirklich keine Lust. Es sind nur wenige draußen und so haben wir das Nordkapp für ein paar Momente fast ganz für uns allein.

Das Denkmal "Kinder der Welt" ist im Tiefschnee versunken. Wir versuchen ein paar Schritte, geben aber auf. Mit jedem Schritt sind wir bis über die Knie im tiefen Schnee. Das Denkmal entstand nach einer Idee von Simon Flem Devold. 7 Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt kamen im Jahr 1988 auf der Insel Mageroya für ein paar Tage zusammen und bekamen die Aufgabe, aus Ton Reliefs zu formen als Symbol für grenzenlose Gemeinschaft, Freundschaft, Hoffnung und Freude.
Aus den Vorlagen derTonreliefs wurden 1989 menschengroße Bronzereliefs gegossen und auf dem Nordkapp-Plateau aufgestellt. Die Kinder, die die Vorlagen erstellten waren:
  • Rafael aus Rio de Janeiro in Brasilien 
  • Ayumi aus Kawasaki in Japan
  • Gloria aus Jesi in Italien
  • Anton aus Murmansk in der UdSSR 
  • Louise aus New York in den USA
  • Jasmine aus Dar-es-Salaam in Tansania
  • Sithidej aus Bangkok in Thaila 
Ergänzt wird das Ensemble durch die Skulptur "Mutter und Kind" von Eva Rybakken. 
Eine wunderschöne Idee und Umsetzung finde ich.

Diese Bronzescheibe steht am Weg zur Nordkapp-Halle, der geräumt ist und so können wir die Geschichte zu dem Denkmal dort nachlesen.


Wir gehen zurück in die Halle und hinunter in die kleine Kapelle, die sich hinter einem Mosaik-Eingang verbirgt. Einen Moment innehalten in Stille.

Ein Blick auf die Uhr und wieder hinaus, die Busse starten bald. Noch schnell ein Schneebild gemacht.

Dann geht es auch schon wieder zurück. Ab in den Bus und angeschnallt. Wieder fahren alle im Konvoi hinter dem Schneepflug her. Der ist ganz schön schnell unterwegs und schon eine Kurve weiter als unser Bus.  Dabei fährt unser Bus-Fahrer für diese Straßenverhältnisse schon, als sei gar nichts an Schnee vorhanden. "Bloß nicht rutschen", denk ich. Die Reifen haben Spikes, da passiert nichts.

Herrlich, die schneebedeckten Berge und die Fjorde.

Das Camp der Samen ist nur im Sommer bewirtschaftet. Die Holzgestelle für die Zeltdecken und das Erdhaus als Räucherhütte sehen wir im Vorbeifahren. Rentiere sind auch keine da.


In Honningsvag zurück kommen wir noch an den in Norwegen sehr bekannten Stockfischgestellen vorbei. Stockfischproduktion ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Norwegen. Die Fische werden ausgenommen, zu zweit aneinander gebunden und zum Trocknen auf Holzgestelle gehängt. So sind sie sehr lange haltbar und gelten als Delikatesse auch in Ländern wie Portugal und Italien.


Zurück an Bord wird erst einmal Kaffee getrunken. Es war ein toller Ausflug und wir sind noch immer ganz hin und weg von den vielen Eindrücken. Da geht es auch schon weiter. Ein Fischer steigt während der Fahrt zu und bringt Königskrabben mit. Auf Deck 7 erzählt er zu den Tieren einiges Interessantes. Sie können bis ca. 30 Jahre alt werden. Die Tiere, die er mitgebracht hat sind zwischen 2 und 7 Jahren alt. Alles drängt sich um die Tische. Riesig sind die Tiere. Allein der Körper hat fast 40 cm. Mir tun die Vorführtiere leid. Heut abend gibt es arktisches Buffet, sie werden doch wohl nicht?...

Ich mag nicht mehr zuhören und lasse den anderen Mitreisenden den Vortritt. Der nächste Halt ist in Kjollefjord. Ich bin irgendwie erleichtert, als ich sehe, wie der Fischer mit seinen Tieren das Schiff wieder verlässt. Allerdings weiß ich nicht, welches Schicksal besser ist, im Topf zu landen oder tägliches Vorzeigeobjekt für Touris zu sein, da klingt der Suppentopf fast wie Erlösung.

Wir sagen tschüss Kjollefjord und hübschen uns fürs Abendessen auf.

Das arktische  Buffet ist super. Jede Menge Krebsgetier, natürlich auch Königskrabbe. außerdem Tintenfischringe, viele verschiedene Fischsorten, Rentierfleisch, Salate, Gemüse, und, und, und....  stehen zur Auswahl. Außerdem natürlich Nachtisch, Torte, Puddinge, Fruchtsossen und Eis sowieso. Mit dem Krabbengetier hab ich es nicht so. Also halte ich mich an Kabeljau, Lachs, Makrele und Saibling. Von allem ein Häppchen :) Außerdem probiere ich das Ren. Schmeckt so zwischen Wild und Rind, sehr zart und lecker!

 Ein weiterer Tag mit vielen Eindrücken geht entspannt zu Ende.

 Du bist bei Tag 6.
Hier geht es zu den anderen Tagen:
Tag 12
Tag 11
Tag 10
Tag 9
Tag 8
Tag 7
Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Echt super dort und sehr schöne Bilder!

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  2. Wow das sind ja fantastische Fotos und Eindrücke liebe Eva, ich bin ganz hin und weg. Wie schön doch das Denkmal und die kleine Kapelle.
    Das Buffet liest sich sehr gut, läd zum schlemmen ein.

    Liebe Wochenendgrüße
    Angelika

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    1. Danke Angelika :) Über die kleine Kapelle war ich wirklich überrascht.
      Schönes Wochenende
      Eva

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  3. Das wäre mir auch zu früh gewesen, Eva.
    Sonnenaufgang hin oder her... ich hätte auch den Schlaf gewählt.^^

    Wieder absolut beeindruckende Bilder sind das! Ganz besonders die Landschaftsaufnahmen zu Wasser haben es mir angetan. Wirklich majestätisch und atemberaubend die Landschaft. Die Fischerboote sehen in der Tat sehr idyllisch aus. Ganz besonders weil sie wunderschöne Farbtupfer sind.
    Und dann erst dieses Blau am Nordkap... Wahnsinn.
    Das Denkmal der Kinder dieser Welt ist wirklich eine sehr schöne Idee und hervorragende umgesetzt. Da bin ich ganz Deiner Meinung. Tolle Sache.

    Ich bin ja ganz hin und weg von diesen Schneemassen... Du hast ja wirklich den Winter noch einmal gut nachgeholt dieses Jahr.^^

    Gut, dass ich heute Abend gut gespeist habe und keinerlei Hunger und Gelüste verspüre... sonst wäre ich bei der Aufzählung der Speisen Amok gelaufen.^^

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hihi, das Buffet war wirklich köstlich !
      Schönen Sonntag
      Eva

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  4. Hallo Eva, alles was meine "Vorredner" gesagt haben, bestätige ich. Deine Fotos sind fantastisch, die Erklärungen wunderschön aber das Essen nichts für mich. Wenn deine Vermutung sich bestätigen sollte.

    Wünsche dir einen schönen Sonntag und freue mich auf die nächste Etappe.
    Liebe Grüße, Margot.

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    1. Danke Margot, es wäre bestimmt etwas Leckeres auch für Dich dabei gewesen.
      Schönen Sonntag auch für Dich
      LG
      Eva

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