Mittwoch, 16. April 2014

Hurtigruten, die schönste Seereise der Welt - Tag 3

Die Geräusche der Motoren beim Anlegen wecken mich an diesem Morgen. Es ist kurz vor 6. Ich schaue hinaus und sehe Trondheim im Regen vor mir. Keine schöne Aussicht, also was solls, schnell wieder umgedreht und noch ein bißchen weiter geschlafen. Wir haben ja schließlich Urlaub und in Trondheim bleibt das Schiff ja bis Mittags liegen.

Beim ausgiebigen Frühstück stärken wir uns für den Tag. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen. Käse, Marmelade, Wurst, Fisch, englisches Frühstück mit Würstchen und Bohnen, Rührei, harte und weichgekochte Eier, Honig, Nussnugatcreme, verschiedene Flocken für die Müslifans, frisches Obst, Brot in verschiedenen Varianten, Toaster für die Toastbrotfraktion, frische Brötchen... Wer da den Tag nicht gut beginnen kann, dem ist wirklich nicht zu helfen.
 Ich bin morgens eine Süße ;) also ist die Marmeladenauswahl mein Ziel. Was mich etwas irritierte war, dass es keine Schälchen für die Marmelade gab. Da ich meinen Teller nicht so gerne in Marmelade schwimmen lasse, wurden die Eierbecher aus Metall kurzerhand zweckentfremdet. Heidelbeer- und Brombeermarmelade, Himbeer- und Erdbeer-... lecker!

Gegen 9.30 Uhr sind wir auf dem Weg in die Stadt. Das Schiff legt etwas außerhalb an und  der Fußweg in die Stadt ist ca. 20 Minuten lang. Unser Ziel ist der Nidarosdom. Hier wurden Könige gekrönt und begraben und es ist eine der wichtigsten Kirchen Norwegens. Leider ist das Wetter an diesem Tag kein Königswetter. Hinein kommen wir auch nicht, der Dom wird gerade renoviert. Besichtigungen sind höchstens mit einer Führung möglich, die nächste fängt aber erst später an und so schauen wir uns den Dom dann nur von außen an.



Langsam schlendern wir zur alten Stadtbrücke aus dem Jahre 1862. Die Gamle Bybro, wie sie von den Norwegern benannt ist, liegt in direkter Nähe zum Dom. Sie überbrückt den Fluss Nidelva, nach dem Trondheim bei Gründung (früher Nidaros) benannt war.

Es regnet immer mehr und wir beschließen zum Schiff zurückzukehren. Schnell noch ein paar Fotos von den hübschen, bunten Speicherhäusern gemacht. Die würden im Sonnenlicht bestimmt toll aussehen. Naja, vielleicht hat der Wettergott auf der Rücktour ja ein Einsehen mit uns und dann strahlt der Himmel. Denn auf dem Rückweg werden wir nochmals in Trondheim anlegen.


Hübsch anzusehen, im tristen Regengrau sind diese bunten Windspiele, die die Bäume am Rande eines Kindergartens zieren:

Direkt am Hafen liegt das Rockheim, ein Museum für Rock- und PopMusik. Uns ist nicht nach Museum und später haben wir erfahren, es hatte eh zu, weil, Montags geschlossen.


Uns reicht es für den Tag, was wir von Trondheim erblickt haben und wir checken wieder auf der Polarlys ein. Kurz nach dem Ablegen um 12.05 Uhr kommen wir nahe an der Insel Munkholmen vorbei. Eine geschichtsträchtige, kleine Insel, die unter Denkmalschutz steht und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel darstellt. Früher war sie Hinrichtungsstätte, Kloster, Festung, Gefängnis und Luftabwehrstellung.

Nach einem ausgiebigen Mittagsmahl machen wir es uns auf dem Sonnendeck auf Deck 7 gemütlich. Das Wetter auf See ist wieder aufgeklart und die Wolken geben ein Lichtspiel der besonderen Art:

Das Schiff bleibt vom Regen verschont. In der Ferne leuchtet über ein paar Häusern ein Regenbogen. Am Ende eines Regenbogens soll ja bekanntlich ein Schatz versteckt sein ;) In welchem Haus mag er wohl liegen?

Das Landschaftsbild ist geprägt von kleineren Inseln und Schären.

Die nächste Sehenswürdigkeit wird über Lautsprecher angekündigt, der Leuchtturm Kjeungskjaer erscheint gegen 14.40 Uhr an Backbord. Wohl zu Recht einer der schönsten Leuchttürme an der norwegischen Küste. Durchsagen an Bord erfolgen in norwegisch, englisch und deutsch. Eine wirklich angenehme Sache. So werden die Gäste auf alle Sehenswürdigkeiten frühzeitig hingewiesen.

Wir können uns wieder entspannt zurücklehnen und die Aussicht genießen. Der nächste Hafen wird an diesem Tag erst abends gegen 20.45 Uhr angefahren. Und so sitzen wir auf Deck 7 in der Sonne und staunen über die schöne Landschaft. Immer wieder verstreut die kleinen, bunten Häuschen.

 Als plötzlich ein Adler über uns kreist, sind alle begeistert:

Leider ist er nicht ganz scharf geworden, aber ich war froh, ihn überhaupt auf Foto gebannt zu haben. Glücklicherweise hatte ich zumindest das Reiseobjektiv mit der 85mm Brennweite auf der Kamera.

Die Fischfarmen haben wir jetzt schon öfter gesehen:

und die kleinen Fischerboote, die aussehen, als seien sie aus dem Spielzeugkasten gehüpft, geben bunte Farbkleckse aufs Meeresblau:

Um ca. 16.00 Uhr erreichen wir den Stokksund, an seiner engsten Stelle sind es nur 42 Meter.

Auch hier, immer mal wieder, kleine Ansiedlungen, an die wir in diesem engen Sund sehr nah vorbeikommen.

und die kleinen Leuchtfeuer dürfen natürlich auch nicht fehlen:

Gegen 18.00 Uhr tutet das Schiffshorn. An Steuerbord steht eine Gruppe winkender Menschen. Sie machen Musik und wedeln mit Fähnchen. Eine nette Begrüßung, ob die wohl jeden Abend dort Musik machen? Schließlich kommt ja jeden Tag ein Hurtigrutenschiff vorbei?

und schon verschwindet auch dieses Örtchen aus dem Blickwinkel. Es wird Zeit fürs Abendessen. Danach nochmal kurz an Deck. Es wird langsam dunkel so gegen 20.00 Uhr.

Uns wird es frisch und wir beenden den Tag mit Kaffee und Tee im Aussichtssalon auf Deck 7. Es spielt dezente Life-Musik im Hintergrund. Unsere Tischnachbarn sind auch dort und ein weiteres Ehepaar, das wir in den letzten Tagen schon näher kennengelernt haben. Gemeinsam schauen wir zu, wie das Schiff in Rorvik um 20.45 Uhr an und um 21.15 Uhr schon wieder ablegt. Nette Gespräche im gemütlichen Ambiente runden den Abend ab. Morgen früh werden wir den Polarkreis überqueren. Es gibt ein kleines Ratespiel an Bord, wann es genau sein wird. Unseren Tip haben wir schon am Nachmittag abgegeben.

Du bist bei Tag 3. 
Hier geht es zu den anderen Tagen:
Tag 12
Tag 11
Tag 10
Tag 9
Tag 8
Tag 7
Tag 1

Noch mehr Bilder zur Hurtigrutenfahrt findest Du auf meiner Foto-Seite:
http://www.wurkseln.de/fotos/hurtigru.htm

Kommentare:

  1. Hallo :)

    also bei dem Fischerboot habe ich zunächst tatsächlich gedacht es ist ein Spielzeug *ups*
    wieder so tolle Bilder von Dir, freue mich auf jeden weiteren Teil :)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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    1. Danke Björn :)
      die sind wirklich sehr klein. Wir haben eins gesehen, da hing das Beiboot senkrecht an Board und war fast genauso groß wie das eigentliche Böötchen.
      LG
      Eva

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  2. Mit dem nochmaligen Rumdrehen und dem tollen Frühstück fing der Tag wirklich gut an.
    Das mag ich am Ausschlafen-Können immer am meisten... das ich mich noch mal rumdrehen kann. Das genieße ich regelrecht.^^

    Bei den bunten Häusern hatte ich gleich den Gedanken: "Ach schade mit dem Wetter. Die sähen bei Sonne wunderschön aus." Und dann habe ich weiter gelesen und musste grinsen. Du hast meine Gedanken fast wortwörtlich zitiert.^^ Aber dafür bist Du doch mit einem wirklich sensationellen Regenbogen Bild entschädigt worden. Das ist einfach große Klasse. Das Licht und die Kontraste sind so intensiv. Die Farben traumhaft satt und irgendwie mystisch. Schaut schon fast wie Polarleuchten aus.

    Auch wenn die Großaufnahme des Adlers nicht ganz scharf geworden ist, so ist doch auf jeden Fall das erste Foto von ihm klasse. Gefällt mir super gut.

    Und dann hast Du schon wieder aus meinen Gedanken zitiert... Als ich das kleine, bunte Boot sah dachte ich:
    "Sieht wie ein Spielzeugboot aus." Dann lese ich was von einem Spielzeugkasten...^^

    Und Euer Tag hört genauso harmonisch auf, wie er begonnen hat. Gemütlich beim Abendessen in schönen Ambiente. So etwas liebe ich auch.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. das Farb und Lichtspiel war einfach super. Außerdem fanden wir den schnellen Wetterwechsel spannend. Von einem Moment zum anderen tiefster Winter und dann wieder superschöner Sonnenschein.
      LG
      Eva

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